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nachhaltig heizen & co2 sparen

Einer der größten Energiefresser in Deutschland ist die Heizung: Jeder vierte Haushalt heizt mit Erdöl und verursacht daher rund 318 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Bei einer Wohnfläche von 120qm entstehen so ungefähr 4,7 Tonnen CO2 im Jahr! Erdgas (in etwa der Hälfte aller Bestandsgebäude genutzt) steht dabei ein wenig besser da, schlägt aber mit rund 3,7 Tonnen immer noch massiv zu Buche. Wie können wir unseren Energieverbrauch reduzieren?

Heizung Heizthermostat

Aktuell verursacht jede:r Deutsche etwa 11,6 Tonnen CO2 im Jahr. Davon entfallen ca. 15 Prozent allein auf die Heizung. Wer das Klima schonen möchte, hat hier also einen wichtigen Hebel dazu.

Welche Möglichkeiten gibt es, CO2 und Heizukosten einzusparen?

Haus- oder Wohnungseigentümer haben natürlich grundsätzlich mehr Möglichkeiten: Statt einer Erdöl oder -gasheizung lohnt es sich, auf nachhaltige Alternative umzusteigen. Solarthermie oder Wärmepumpen beispielsweise nutzen regenerative Energien, Pelletheizungen können Holzabfallprodukte wiederverwerten.

Ist die entsprechende Heizung vorhanden, kann ich aber auch als Mieter:in auf Biogas umsteigen.

Wichtig ist dabei, genau hinzuschauen: Es gibt viele Anbieter, deren Tarife lediglich Beimischungen anbieten oder die ihr Erdgasprodukt nur durch Aufforstungsprojekte ausgleichen.
Andere verwenden Pflanzen, die extra in Monokulturen angebaut werden, um das Biogas herzustellen – auch das ist keine wirklich nachhaltige Energiegewinnung, denn sie erfordert einen hohen Einsatz von Dünger und Pestiziden; zusätzlich stehen die Flächen in Konkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln.

Zu den empfehlenswerten Anbietern mit echtem Ökogas zählen vor allem jene Firmen, die sich auch durch 100% Ökostrom einen Namen gemacht haben. Dazu gehören:

polarstern*
die Bürgerwerke
naturstrom*
Green Planet Energy*

Besonders bei älteren Bestandsgebäuden – und immerhin fast 75% aller Wohngebäude sind noch vor 1978 entstanden – ist es sinnvoll, in eine gute Dämmung zu investieren. Die Erneuerung von Fassade, Fenster oder Dach ist zwar nicht günstig, kann sich aber recht schnell bezahlt machen.

Die 7 besten Tipps & Tricks, um Heizenergie zu sparen

Ganz gleich, ob Mietswohnung oder Eigenheim: Durch kleine Tricks lässt sich viel Heizenergie sparen.

Tipp 1: Die richtige Raumtemperatur je nach Zimmer

Wohn- und Kinderzimmer sollten auf ungefähr 21 Grad eingestellt werden. Auf klassischen Heizthermostaten entspricht das in etwa der Einstellung 3. In Küche und Schlafzimmer sind in der Regel 18 Grad völlig ausreichend, auch der Flur muss nicht voll beheizt werden. Damit diese Einstellung auch tatsächlich erhalten bleibt, ist es sinnvoll, die Türen tendenziell geschlossen zu halten.

Mindestens 15 Grad Raumtemperatur sind jedoch Pflicht, um ein Auskühlen der Wände zu vermeiden: Ein Wiederaufheizen würde ohnehin zu viel Energie kosten, und zudem steigt die Gefahr von Schimmelbildung.

Tipp 2: Elektronische Heizthermostate

Wer sein klassisches Thermostat gegen ein programmierbares austauscht, kann die Heizleistung individuell programmieren. So kann die Temperatur nachts oder während der Arbeitszeiten automatisch abgesenkt und rechtzeitig vor dem Aufstehen bzw. Feierabend wieder erhöht werden.

Ein programmierbares Thermostat gibt es bereits für wenig Geld; die teureren Geräte können sich in der Anschaffung trotzdem lohnen, weil sie mehr Möglichkeiten für Sondereinstellungen haben und sich somit individuell besser anpassen lassen.

Als Mieter:in ist das austauschen ebenfalls erlaubt. Hier ist es nur wichtig, die Originale aufzuheben und beim Auszug wieder anzubringen. 

Thermostat
Ein klassisches Thermostat lässt sich einfach austauschen.

Tipp 3: Heizkörper nicht zustellen

Damit sich die Wärme im Raum gleichmäßig verteilen kann, ist es wichtig, Heizkörper nicht zuzustellen. Gerade Sofas stehen oft davor; dabei ist es wichtig, 30 cm Abstand einzuhalten.
Ist die Heizung unter einem Fenster angebracht, sollte man darauf achten, Vorhänge und Gardinen oberhalb des Heizkörpers enden zu lassen. 

Tipp 4: Regelmäßig entlüften

Gluckert der Heizkörper, muss er entlüftet werden. Denn die vorhandene Luft lässt das System ineffizient werden und verursacht bis zu 20 Euro zusätzliche Heizkosten im Jahr.

Tipp 5: Rollläden schließen

Rollläden sind eine zusätzliche Isolierung für die Fenster, die tatsächlich einen großen Unterschied ausmachen – je schlechter verglast die Fenster sind, desto größer ist natürlich die Einsparung.

Tipp 6: Fenster & Türen dämmen

Aber nicht nur die Fensterverglasung spielt eine Rolle: Auch der Fensterrahmen selbst ist oftmals nicht gut isoliert. Isolier- bzw. Dichtungsbänder sind günstig in der Anschaffung und lassen sich leicht anbringen. Ähnlich verhält es sich mit Türen: Die Haus- oder Terassentür kann mit Schaumstoff- oder Bürstendichtungen am Boden deutlich besser gedämmt werden.

Tipp 7: Heizungsrohre dämmen

Wenn deine Heizungsrohre durch ungeheizte Kellerzimmer verlaufen, hilft es oft schon, diese (besser) zu dämmen. Das ist mit speziell dafür vorgesehenen Rohrisolierungen schnell und einfach umgesetzt.

FAZIT

Heizkosten senken ist nicht schwierig: Auch kleinere Tricks können sich auf ein paar Hundert Euro im Jahr summieren – die richtige Handhabung und Dämmung lohnt sich also für den Geldbeutel und die Umwelt.

Die Investition in Ökogas ist sowohl für Mieter:innen als auch Eigentümer:innen möglich und reduziert den eigenen ökologischen Fußabdruck maßgeblich.